Tok Sen

Von Anne-Christine Heuhsen

Tok Sen heißt auf Thai „Entfernen von Energielinien“; in anderen Worten: Es handelt sich um eine Technik, blockiertes Chi zu lösen und wieder in Fluss zu bringen. Durch körperlich angewendete Vibrationen und Tonimpulse wird tief an den Faszien, Muskeln und Sehnen gearbeitet. Diese Energielinien, in der Traditionellen Chinesischen Medizin Meridiane genannt, werden als „Zonen geringeren Widerstandes“ im stofflichen Körper verstanden, in denen die Lebenskraft Chi (Qi) fließt. Blockaden dieser Energielinien werden als krankheitsverursachend angesehen.

Dieses einzigartige Massagesystem hat seine historischen Wurzeln in Nord-Thailand, im Gebiet um Chiang Mai. Man geht davon aus, dass Tok Sen 5000 Jahre alt ist und im heutigen Lan Na, im Land der Millionen Reisfelder, aus der Kultur der Reisbauern heraus entstand. Die Arbeit auf Reisfeldern war durch monotone Körperhaltung von starken Verspannungen und nächtlichen Krämpfen begleitet. Die Heiler jener Zeit entwickelten ein genial effizientes Entspannungssystem, das noch heute angewendet wird. Ebenfalls in dieser Zeitperiode begannen in China die ersten Versuche mit Akupunktur. Die Parallelen der Grundlagen und Wirkungsmechanismen von Tok Sen und Akupunktur überraschen nicht.

Tok Sen hilft, den Energiefluss zu verbessern – die Balance wieder herzustellen –, löst Muskelschmerzen auf und wird in Thailand bei Menschen mit Lähmungserscheinungen und anderen Folgewirkungen von durch Anspannung verengten Nervenbahnen (Schmerzen) angewendet. Es ist eine traditionelle Methode, die zu therapeutischen Zwecken bei Menschen mit Sehnen- und Muskelproblemen eingesetzt wird. Dabei werden spezielle Massagewerkzeuge in verschiedenen Größen und Formen genutzt. Die grundsätzliche Technik ist gleichbleibend. Durch leichtes Hämmern mit unterschiedlich starkem Kontakt an den betroffenen Körperstellen werden gezielt Vibrationen erzeugt, werden rhythmische Schwingungen durch die Nerven, Muskel und das Bindegewebe geschickt. Nicht nur das Klopfen ist wichtig, auch das Tempo und der Druck der Anwendung. Meistens gilt der Rhythmus von drei Schlägen, eins, zwei, drei und wieder eins, zwei, drei.

 

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